Taschenlampe kaufen: Lumen, Leuchtweite und Akkus verständlich erklärt


Von Knivestore
4 Min. Lesezeit

Man walking his dog on a dark forest path at night, lighting the way with a Fenix EDC flashlight

Mitte September beginnt die Abendrunde noch im Hellen und endet im Dunkeln. Die meisten greifen dann zum Handy. Das funktioniert, bis du beide Hände brauchst, der Akku bei 9 Prozent steht oder du weiter sehen willst als bis zur nächsten Straßenlaterne. Eine richtige Taschenlampe löst alle drei Probleme, und die Auswahl ist einfacher, als die Datenblätter vermuten lassen.

Lumen sind nur die halbe Wahrheit

Lumen sagen dir, wie viel Licht insgesamt herauskommt, aber nicht, wohin es geht. Wie weit du siehst, hängt von der Lichtstärke in Candela ab, also der Intensität im hellsten Punkt des Lichtkegels. Nach dem Standard ANSI/PLATO FL1, nach dem die meisten seriösen Hersteller messen, ist die Leuchtweite die Entfernung, bei der das Licht auf 0,25 Lux abgefallen ist, ungefähr so hell wie Vollmondlicht. Die Rechnung dazu: zweimal die Wurzel aus dem Candela-Wert. Eine Schlüsselbundlampe mit 2.050 cd kommt auf 90 Meter, eine Stirnlampe mit 12.293 cd auf 222 Meter.

Was dir die Verpackung auch nicht verrät: Die höchste Stufe hält nicht lange. Kompakte Lampen werden heiß, und die Elektronik regelt herunter, um LED und Akku zu schützen. Fenix gibt zum Beispiel an, dass die PD35R ACE ab 60 °C eine Stufe zurückschaltet. Das ist normal und kein Defekt. Vergleich lieber die Laufzeiten der mittleren Stufen, denn mit diesem Licht lebst du im Alltag.

Erst die Größe, dann die Leistung

Hier gilt dieselbe Regel wie beim Messer: Die beste Lampe ist die, die du dabeihast. Die Nitecore TINI 3 wiegt am Schlüsselbund gerade einmal 20 g und schafft kurzzeitig trotzdem 600 Lumen. Sie bietet warmweißes Licht mit 3.000 K, das bei Nebel und Regen besser durchkommt, dazu Neutral- und Kaltweiß, ein OLED-Display mit Restlaufzeit und eine Sperre, damit sie in der Hosentasche aus bleibt.

Nitecore TINI 3 Grey

Eine Nummer größer kommt die klassische Hosentaschenlampe mit rund 14 cm. Die Fenix PD35R ACE zeigt, was diese Klasse gut kann: 2.000 Lumen, 380 Meter, 145 g mit Akku. Der taktische Heckschalter schaltet sofort ein und aus, ein Schalter am Lampenhals wechselt die Stufen, und mit einem versteckten SET-Schalter legst du fest, ob du mit einer, drei oder fünf Helligkeitsstufen arbeitest. Den Stroboskop-Modus kannst du komplett abschalten.

Fenix PD35R ACE

Fest verbauter Akku oder Wechselzelle

Ein fest verbauter Akku wie bei der TINI 3 ist am bequemsten: USB-C anstecken, fertig. Der Haken daran: Leer ist leer, und eine gealterte Zelle lässt sich nicht einfach tauschen.

Wechselbare Lithium-Ionen-Zellen im Format 18650 oder 21700 (Durchmesser und Länge in Millimetern) erlauben dir einen Ersatzakku in der Tasche. Die PD35R ACE lädt ihren Fenix ARB-L18-4000 direkt in der Lampe und läuft zur Not auch mit zwei CR123A-Lithiumbatterien, die sich im Notfallset jahrelang lagern lassen. Im Winter gilt: Lithium-Ionen-Akkus verlieren in der Kälte Kapazität, trag die Lampe also lieber in einer Innentasche.

Reichweite oder breite Ausleuchtung

Ein enger Spot reicht weit, zeigt dir aber nur einen Tunnel. Ein breites Flutlicht leuchtet den Weg vor deinen Füßen aus und verliert sich nach dreißig Metern. Bei der Fenix LD45R musst du dich nicht entscheiden: Ein um 270° drehbarer Schalter am Lampenhals verstellt den Lichtkegel stufenlos von Spot bis Flutlicht, und ein OLED-Display zeigt Leistung und Akkustand. 2.800 Lumen, 480 Meter, ein 21700-Akku mit 5.000 mAh, IP68. Mit 302 g gehört sie in den Rucksack, nicht in die Jeans.

Fenix LD45R

Stirnlampen: beide Hände frei

Zelt aufbauen, Reifen wechseln, Anzündholz spalten. Sobald du beide Hände brauchst, gewinnt die Stirnlampe. Achte auf einen Rotlichtmodus, der deine Nachtsicht schont und die Leute neben dir nicht blendet, und auf einen Modus mit hohem CRI, wenn Farben wichtig sind. Die Nitecore HC65 UHE hat einen Hauptstrahl mit 2.000 Lumen, ein neutralweißes Zusatzlicht mit einem CRI von 90 oder mehr für die Arbeit aus der Nähe und ein Rotlicht. 18650-Akku mit 4.000 mAh, IP68, 152 g samt Stirnband.

Nitecore HC65 UHE

Große Reichweite und farbiges Licht

Die Fenix HT32 vereint weiße, rote und grüne LEDs hinter einer einzigen TIR-Linse. Weiß reicht bei 2.500 Lumen 640 Meter weit, Grün bringt 1.400 Lumen und Rot 400. Fenix baut sie für Jäger, die ihre Nachtsicht behalten und das Wild nicht mit weißem Licht verscheuchen wollen. Der 21700-Akku lädt über seinen eigenen USB-C-Anschluss.

Fenix HT32

Kleinigkeiten, die zählen

IP54 steht für Schutz vor Staub und Spritzwasser, IP68 heißt, die Lampe übersteht auch das Untertauchen. Eine Tastensperre ist mehr wert, als man denkt, denn eine Lampe, die sich in der Tasche einschaltet, ist leer und heiß, wenn du sie brauchst. Wisch alle paar Monate die Gewinde ab, fette die O-Ringe dünn mit Silikonfett, und wenn die Lampe flackert, reinige die Kontakte mit einem Wattestäbchen und etwas Isopropylalkohol. Und leuchte niemandem mit dem Turbo-Modus in die Augen.

Kurz zusammengefasst

Schlüsselbund und Alltag: TINI 3. Hosentaschenlampe mit echten Reserven: PD35R ACE. Eine Lampe für nah und fern: LD45R. Camping, Werkstatt und dunkle Morgen: HC65 UHE. Jagd und große Reichweite: HT32.

Stöbere durch alle Taschenlampen und Stirnlampen oder schau direkt bei Fenix und Nitecore vorbei. Du stellst dir gerade eine EDC-Ausrüstung zusammen? Eine gute Lampe und eines unserer EDC-Messer sind ein starkes Duo.


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